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ARDS (akutes Lungenversagen)



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Akutes Lungenversagen (ARDS, Acute respiratory distress syndrome, Schocklunge, akutes Atemnotsyndrom): Unzureichende Lungenfunktion aufgrund von direkten oder indirekten Schädigungen an der Lunge. Es kommt innerhalb von 6–48 Stunden zu schwerem Sauerstoffmangel im Blut. Die Atemtätigkeit des Betroffenen ist abgeschwächt, und sein Atemminutenvolumen ist vermindert. Ohne Beatmung und intensivmedizinische Behandlung verstirbt der Patient.

Symptome und Leitbeschwerden

  • Beschleunigte Atmung
  • Rasch zunehmende Atemnot
  • Blauverfärbung von Lippen und Fingern
  • Unruhe und Verwirrtheit.

Wann zum Arzt

Sofort den Notarzt rufen und selbst Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiten, wenn

  • Schwerste Atemnot auftritt
  • Lippen und Finger sich blau verfärben.

Erste-Hilfe-Maßnahmen bis zum Eintreffen des Notarztes:

  • Der Betroffene soll sitzen oder mit erhöhtem Oberkörper gelagert werden. Gelingt dies nicht, ist er in die stabile Seitenlage zu bringen. Er darf sich keinesfalls selbst bewegen
  • Den Betroffen beruhigen
  • Beengende Kleidung öffnen oder entfernen
  • Für Frischluftzufuhr sorgen
  • Bei Allergikern nach Notfallmedikamenten suchen und diese verabreichen
  • Atmung immer wieder prüfen: hören, sehen, fühlen für max. zehn Sekunden.
  • Bei Atemstillstand: Atemspende geben.

Die Erkrankung

Ursache eines akuten Lungenversagens sind akute Schädigungen der Lunge wie beispielsweise schwere Verletzungen, Einatmen von Erbrochenem, Reizgase, Höhenlungenödem, Lungenentzündung, Schockzustände, Blutvergiftung oder "Beinahe-Ertrinken". Diese Schädigungen führen zu einer Entzündungsreaktion in den Lungenbläschen (Alveolen), wodurch sich Gewebeflüssigkeit in der Lunge sammelt (Lungenödem). Im weiteren Verlauf vermehrt sich aufgrund der Entzündungsreaktion das Bindegewebe in den Lungenbläschen, der schützende alveoläre Oberflächenfilm wird abgebaut und die Lungenbläschen fallen in sich zusammen. Durch den bindegewebigen Umbau muss mehr Kraft für die Dehnung der Lungen, also für die Atmung aufgebracht werden und ganze Lungenabschnitte werden nicht mehr richtig durchlüftet. Die Folge ist eine massive Behinderung des Austauschs von Sauerstoff und Kohlendioxid und eine immer weiter sinkende Sauerstoffsättigung im Blut bei gleichzeitigem Anstieg der Kohlenstoffdioxidsättigung und Ansäuerung des Bluts (Azidose).

Diagnosesicherung

Das akute Lungenversagen wird diagnostiziert, wenn bei einer vorliegenden Lungenerkrankung oder einem Lungenschaden folgende Befunde vorliegen:

  • Plötzliches Auftreten der Atemnot
  • Bei der Blutgasanalyse findet sich ein massiv erniedrigter Sauerstoffgehalt im Blut
  • Echokardiografie und das Abhören der Lunge (Auskultation) zeigen ein Lungenödem, das nicht vom linken Herzen ausgeht
  • In Röntgenthorax oder in der CT sind in beiden Lungenflügeln meist großflächige Infiltrate zu sehen.

Um zu unterscheiden, ob das Lungenödem von einer Schwäche des linken Herzens ausgeht, ist manchmal die Untersuchung des Drucks in den Pulmonalarterien mit einem Pulmonaliskatheter notwendig.

Differenzialdiagnose. Der Arzt spricht vom akuten Lungenversagen nur, wenn die Atemnot und die unzureichende Lungenfunktion von einer direkten oder indirekten Schädigung der Lunge verursacht werden, die nicht vom Herzen ausgeht. Führt beispielsweise ein Herzinfarkt zur akuten Atemnot, wird diese als akute Ateminsuffizienz bezeichnet.

Behandlung

Erstmaßnahme ist fast immer die sofortige Beatmung. Weitere Maßnahmen hängen von der zugrunde liegenden Ursache ab und bestehen aus Gabe von Antibiotika bei Infektionen, Flüssigkeitsersatz und kreislaufstützende Medikamente beim Schock. Zur Vorbeugung der sich durch die entzündlichen Reaktionen entwickelnden Lungenfibrose wird häufig Kortison verabreicht.

Prognose

~ 40 % der Patienten sterben am akuten Lungenversagen.

Überlebt der Erkrankte, entwickelt sich anschließend in vielen Fällen eine Lungenfibrose, die sich meist wieder – über viele Monate – langsam zurückbildet, manchmal aber auch lebenslang die Lungenfunktion einschränkt.


Von: gesundheit-heute.de; Kristine Raether-Buscham | zuletzt geändert am 12.11.2018 um 11:56


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